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Guillermo

by Françoise Pescatore last modified 2006-03-10 04:08

Guillermo, Kaffeebauer und Manager einer Kooperative, Costa Rica, verheiratet, zwei Kinder, Alter: 41 Jahre

"Wir möchten, dass auch unsere Kinder Kaffee anbauen."
 
Seine Leidenschaft:
Guillermo Vargas Leiton ist Kaffeebauer. Zudem ist er der Manager der örtlichen Kooperative, die 100% des Kaffees über den Fairen Handel verkauft. Seine Leidenschaft gilt seinen beiden acht und zwei Jahre alten Töchtern. Die ältere der beiden liest am liebsten den ganzen Tag. Im Moment arbeitet sie sich durch die verschiedenen Harry Potter-Bände. Seine jüngere Tochter spielt besonders gerne mit der Katze.
 
Guillermo hat schöne Erinnerungen an seine Kindheit, als er auf der Farm seines Vaters geholfen hat, Kaffee zu ernten. Er will diese Art zu leben an seine Kinder weitergeben. „Wir möchten, dass auch unsere Kinder Kaffee anbauen und die Liebe zur Landarbeit und die Verbundenheit mit der Natur von uns übernehmen. Wir wollen nicht, dass sie das Land verlassen und zum Überleben von anderen Menschen abhängig sind.“
 
Sein Alltag:
An einem normalen Tag steht Guillermo um halb sechs auf und hilft seiner Frau dabei, das Frühstück zuzubereiten. Dann bringt er seine ältere Tochter zur Schule. In seinem neuen Job als Manager der Kooperative muss Guillermo sehr viel arbeiten, normalerweise von morgens halb neun bis sieben Uhr
abends. Als erstes geht er morgens in die Rösterei und stellt sicher, dass dort alles reibungslos läuft. Den Rest des Tages verbringt er in seinem Büro.
 
Wenn Guillermo einmal früh nach Hause kommt, nimmt er sich Zeit für seine Familie. Sonntags fährt er oft über seine Kaffeefelder. Wenn es die Zeit erlaubt, joggt er gerne. "Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal an einem Marathon teilgenommen – und wäre fast dabei gestorben."
 
Fair geht’s besser:
Als Manager und langjähriges Mitglied der Santa-Elena-Kooperative, kann Guillermo den Nutzen, den die Kaffeebauern vom Fairen Handel haben, gut beurteilen. "Wenn wir nicht über den Fairen Handel verkaufen könnten, müssten die meisten Bauern den Kaffeeanbau aufgeben. Wir verkaufen 100%
unseres Kaffees über den Fairen Handel. Der derzeitige Kaffeepreis auf dem konventionellen Markt deckt noch nicht einmal unsere Produktionskosten. Deshalb sind wir auf den Fairen Handel angewiesen."
 
"Wenn ich an den Fairen Handel denke, dann denke ich: Fair für den Produzenten und fair für den Konsumenten. Ich bin der Meinung, dass die beiden Hauptakteure im Handel der Produzent und der Konsument sind. Die Leute dazwischen, die Mittelsmänner, sollten eine Brücke darstellen, die den Handel ermöglicht. Sie sollten den Handel nicht nur für sich selbst ausnutzen."