FAQ - Häufig gestellte Fragen

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FAQ - häufig gestellte Fragen

An dieser Stelle beantworten wir die häufigsten Fragen über Fairtrade, berichten über die Herausforderungen des Systems und stellen neue Entwicklungen vor.

Wie bekomme ich einen allgemeinen Überblick über den Fairen Handel?

Um einen allgemeinen Überblick über den Fairen Handel zu haben, lesen Sie unsere Broschüre "25 Fragen zum Fairen Handel".

In welchem Kontext ist Fairtrade tätig?

Weltweit sind 1,4 Milliarden Menschen von absoluter Armut betroffen (weniger als 1,25 USD pro Tag). Die meisten von ihnen (70%) leben auf dem Land, wo kleinbäuerliche Landwirtschaft die Haupteinkommensquelle darstellt. Die Kleinbauern leiden unter den Schwankungen der Rohstoffpreise und den oftmals ausbeuterischen Praktiken der Zwischenhändler, die ihnen kleine Produktionsvolumen zu einem Preis abkaufen, der oftmals nicht einmal die Produktionskosten deckt. Die Kleinbauern sind die Verlierer eines Systems, welches von den rein kommerziellen Interessen der multinationalen Unternehmen dominiert wird. Außerdem sind sie stark vom Anstieg der Lebenshaltungskosten sowie von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, welcher potentiell ganze Ernteerträge zerstören kann.

Die Probleme, mit denen Kleinbauern und Arbeiter in den Ländern des Südens heute konfrontiert sind, resultieren zum Teil aus Jahrhunderten der Ausgrenzung und Ausbeutung. In diesem komplexen Kontext setzt Fairtrade an. Der faire Handel ist nämlich ein Prozess, bei dem es um die Stärkung der Produzenten und Arbeiter und um langfristige Entwicklung geht.

Die Arbeit von Fairtrade stimmt mit den 17 Nachhaltigkeitszielen überein, die im Jahr 2015 von der UNO verabschiedet wurden. Das Fairtrade-System trägt zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele bei, insbesondere in Bezug auf folgende Ziele: die Armut beenden (Ziel 1), sich für eine menschenwürdige Arbeit für alle einsetzen (Ziel 8), eine nachhaltige Landwirtschaft und einen sozial verantwortlichen Konsum fördern (Ziel 12), die Umwelt schützen sowie den Klimawandel bekämpfen (Ziel 13).

Fairtrade ist nicht in einem Vakuum tätig

Fairtrade ist ein Zertifizierungssystem, welches voraussetzt, dass sich die Kleinbauern organisieren und ihre Produkte gemeinsam vermarkten. Mehr als 1,65 Millionen Kleinbauern und Arbeiter in 74 Ländern haben sich angeschlossen. Neben höheren und stabileren Einkommen bedeutet das für die Produzenten vor allem auch Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme dank Mitbestimmung in demokratisch organisierten Kooperativen und Arbeitergremien. Sie entscheiden unter anderem selbstständig und demokratisch über die Verwendung der Fairtrade Prämie. In Kleinbauernkooperativen wird die Prämie unter anderem in die Verbesserung der Produktion und Qualität investiert, aber auch Gemeinschaftsprojekte wie der Bau von Schulen, Investitionen in Wasserprojekte oder in die medizinische Versorgung tragen wesentlich zur Entwicklung einer Organisation sowie auch ganzer Regionen bei.

Genau hier setzt Fairtrade mit seinem auf unternehmerische Stärkung ausgerichteten Label an: Die Produzenten sollen mit ihren Ressourcen eine größere Wertschöpfung erzielen können, indem sie sich zusammenschließen und ihre Produkte gemeinsam in größeren Mengen und direkter einkaufen und verkaufen. 

Dennoch: Auch eine Fairtrade Zertifizierung vermag im oft schwierigen Kontext, in dem sich die Produzenten in den Entwicklungs- und Schwellenländern bewegen, nicht alle ökonomischen, sozialen und politischen Probleme zu lösen. Vielmehr ist Fairtrade ein Prozess, bei dem es um Empowerment und langfristige Entwicklung geht: Kleinbauern und Arbeitskräfte schließen sich zusammen und packen gemeinsam Schritt für Schritt tief verwurzelte Probleme an, um eine bessere Zukunft für sich, ihre Familien und ihr soziales Umfeld zu schaffen – nicht nur für heute, sondern vor allem auch für die nächsten Generationen.

Gemeinsam zu einer stärkeren Verhandlungsposition

Ein zentrales Element in diesem Entwicklungsmodell ist der Aufbau von starken demokratischen Organisationen. Der in den Fairtrade Standards vorgeschriebene Zusammenschluss zu Kooperativen ermöglicht es Kleinbauern, gemeinsam und gestärkt am Markt aufzutreten, was ihnen eine bessere Verhandlungsposition verschafft. Auch der Austausch und das Weitergeben von Wissen werden dadurch gefördert. So können sich die Produzentenorganisationen weiter professionalisieren und der Beruf des Landwirtes bleibt auch für die nächste Generation attraktiv.

Was bedeutet das Fairtrade Label auf Produkten mit mehreren Zutaten?

Die meistbekannten Fairtrade Produkte in Luxemburg sind Monoprodukte, bestehend aus einem einzigen Rohstoff, zum Beispiel Kaffee, Tee, Bananen, Reis, Gold oder Rosen. Diese Produkte sind zu 100 Prozent fair gehandelt, denn sie enthalten keine weiteren Zutaten.

Bei Mischprodukten, die mehrere Zutaten beinhalten, wie Kekse, Müsli oder Milchschokolade, gilt: Alle Zutaten, die als Fairtrade Rohstoffe verfügbar sind, müssen nach Fairtrade Standards gehandelt worden sein (z.B. Kakao, Zucker, Vanille). Dies ist die sogenannte „All that can be must be Fairtrade“-Regel. Milch, Weizenmehl oder Eier werden in unseren Breitengraden produziert und fallen somit nicht unter diese Anforderung, denn der Schwerpunkt von Fairtrade liegt ausschließlich auf Produzenten aus dem globalen Süden, weshalb es diese Produkte nicht nach Fairtrade Kriterien gibt. Ein Keks, ein Croissant oder Vollmilchschokolade kann deshalb nicht zu 100 Prozent aus Fairtrade Zutaten bestehen, denn Weizen bzw. Milchpulver gibt es nicht als Fairtrade zertifizierten Rohstoff.

Zusätzlich gilt die Bedingung des Mindestanteils von 20 Prozent Fairtrade Zutaten im Endprodukt. Der Fairtrade Anteil wird in der Regel auf der Zutatenliste aufgeführt. In den allermeisten Fällen liegt er bei weit über 50%. Durch die Verfügbarkeit von Mischprodukten wird der Absatz von fair gehandelten Rohstoffen gesteigert, wovon wiederum die Produzenten im Süden profitieren. Mischprodukte sind eine entwicklungspolitische Notwendigkeit, um so noch mehr Produzentenorganisationen am Fairen Handel und an den positiven Auswirkungen von Mindestpreisen, Prämien, Beratung und Schulungen zu beteiligen. Für die Kleinbauern ist es entscheidend, dass sie einen möglichst großen Anteil ihrer Ernte zu Fairtrade Bedingungen verkaufen können. Für sie spielt es keine Rolle, ob ihre Rohstoffe letztlich in einer Tafel Schokolade oder in einem Joghurt verwendet werden.

Warum eine Mindestgrenze von 20 % ?

Im Fairtrade System gab es 2007 eine erste Richtlinie zu Mischprodukten. Demnach war es den nationalen Fairtrade Organisationen überlassen, Mindestschwellen für Fairtrade Zutaten zu definieren. Fairtrade Lëtzebuerg hatte diese bei 50 Prozent festgelegt, andere nationale Fairtrade Organisationen jedoch wesentlich niedriger. Dies führte in der Folge auf internationaler Ebene zu Problemen beim grenzüberschreitenden Handel mit Fairtrade Produkten, so dass eine international einheitliche und verbindliche Regelung notwendig wurde. Die dann 2011 festgelegten 20 Prozent als Untergrenze sind das Ergebnis eines Konsultationsprozesses aller Fairtrade Mitglieder. Die Entscheidung wurde in einer demokratischen Abstimmung aller Beteiligten, auch der Produzentenvertreter aus den Ländern des Südens, getroffen. Diese Entscheidung wird von Fairtrade Lëtzebuerg als Mitgliedsorganisation von Fairtrade International mitgetragen. 

Die Mindestanteilregelung ist allerdings nur ein Aspekt der heute geltenden Standardkriterien zu Mischprodukten. Genauso wichtig ist die Vorschrift „alles was Fairtrade sein kann, muss auch Fairtrade sein (ATCB, d.h. all that can be)“. Das führt dazu, dass in Luxemburg die weitaus meisten Mischprodukte mehr als 50 Prozent Fairtrade Anteil haben.

Das Konzept des „Mengenausgleich“

Le concept de la « mass balance »

Lorsqu’un produit porte le label Fairtrade, cela signifie qu’il est conforme aux standards internationaux du système Fairtrade et que le respect des critères est contrôlé par l’organisation de certification indépendante Flo-Cert. Dans le système Fairtrade, la traçabilité des produits est garantie à 100 % pour la grande majorité des produits, p.ex. le café, les bananes, les roses, le riz etc.

Cependant, il existe la possibilité d’une exception si les conditions sur le terrain l’exigent. Pour le jus d’oranges, le cacao, le sucre et le thé, les producteurs ne disposent pas toujours de leurs propres structures de transformation et sont donc dépendants des structures de transformation de la région. Si les quantités de produits Fairtrade sont très petites, les structures de transformation ne peuvent pas séparer la production Fairtrade des matières premières non Fairtrade. Pour ces 4 produits, les producteurs seraient exclus du système Fairtrade et ne pourraient pas bénéficier du prix et de la prime Fairtrade s’ils devaient garantir une traçabilité à 100 %.

Pour remédier à ce problème et permettre à ces producteurs de pouvoir profiter du commerce équitable, le concept de la « mass balance » a été créé pour ces 4 produits seulement, pour lesquels la traçabilité physique ne peut pas toujours être garantie à cause de la complexité de la chaîne d’approvisionnement ou des étapes de production.

Important : Le concept de mass balance peut être applicable pour les 4 catégories de produits nommées, mais n’est pas appliqué de manière systématique.

Exemple du jus d’oranges au Brésil : Les petits producteurs d’oranges au Brésil ne disposent pas de centres de transformation pour produire du jus d’oranges, ils doivent amener leurs oranges dans de grandes usines de transformation où toutes les oranges sont mélangées et transformées en concentré de jus d’oranges.

C’est dans le cas de ces 4 catégories de produits que le concept de mass balance peut être appliqué :

Le principe est simple : la même quantité achetée en Fairtrade doit être vendue en Fairtrade. Si 50 tonnes d’oranges Fairtrade sont livrées à l’usine, il faudra que l’équivalent en jus d’orange soit vendu sous les conditions Fairtrade.

Les produits finaux labellisés Fairtrade respectent toujours les critères Fairtrade, car un prix minimum et une prime Fairtrade sont également versés à l’organisation de producteurs pour la quantité de matières premières qu’elle a vendues sous les conditions Fairtrade. L’ensemble des flux de marchandises et d’argent est documenté par écrit et vérifié par l’organisation de contrôle Flo-Cert.

Ce système de mass balance existe au Luxembourg aussi pour des produits issus de l’agriculture du Nord.

Il faut également savoir que le système de mass balance, qui n’est donc pas appliqué de manière systématique, n’est pas applicable du tout pour les produits Fairtrade qui sont également bio.

Exemple : Le cacao Fairtrade d’Amérique latine est en grande majorité issu de l’agriculture biologique, donc dans ce cas, le concept de mass balance ne peut pas être appliqué. C’est pour cette raison que le cacao d’Amérique latine bio & Fairtrade est 100 % traçable.

La traçabilité à 100 % reste le but final dans le système Fairtrade. En attendant que les producteurs soient assez forts et aient les moyens de construire et d’assurer leurs propres structures de transformation, le concept du mass balance leur permet de prendre part au système Fairtrade et de bénéficier des mêmes avantages que les autres producteurs.

Comparable avec l'injection de courant vert

Les prises des clients du courant vert ne sont pas seulement alimentées d'électricité verte, mais par un mix d’électricité produite par des sources d’énergie nucléaire, éolienne, hydraulique, solaire et du charbon. Pour séparer complètement le courant vert, il faudrait disposer d’un réseau de répartition spécifique, ce qui serait très coûteux.

 

Wirkungsstudien - Fachartikel und Studien zur Wirkung von Fairtrade

Fairtrade stärkt die Kleinbauern, Plantagenarbeiter und ihre Familien in Ländern des Südens, damit sie ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft nachhaltig verbessern können. Bei Fairtrade geht es um einen Entwicklungsprozess – einen Weg der Veränderung in Kooperation mit allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette – vom Produzent über den Handel bis zum Konsument.

Die Wirkung von Fairtrade wurde in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen. Zusammen mit Bio ist Fairtrade das am umfassendsten untersuchte Nachhaltigkeitslabel. Eine kleine Auflistung soll - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - eine Übersicht über die wichtigsten Berichte zur Wirkung von Fairtrade verschaffen.

Hier finden Sie zahlreiche Studien und Links zum Nachlesen

Das bewirkt Fairtrade:
  • Verbesserte Einkommenssituation und mehr finanzielle Stabilität für Kleinbauern, dank Mindestpreisen, Fairtrade-Prämien und fairen Löhnen
  • Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme durch die Stärkung demokratischer Strukturen in den Kooperativen und Arbeiterkomitees
  • Geregelte Arbeitsbedingungen und verbesserter Gesundheitsschutz für Plantagenarbeiter, dank klaren Standards und regelmäßigen Kontrollen
  • Schutz der natürlichen Ressourcen und Förderung der Bio-Landwirtschaft durch entsprechende Anforderungen in den Fairtrade Standards sowie einen höheren Preis für biologisch produzierte Fairtrade-Produkte

Fairtrade ist viel mehr als ein fairer Preis. Im Zentrum steht die Stärkung der Produzentenorganisationen – Mindestpreis und Prämie sind dabei wichtige Faktoren, aber auch demokratische Organisationsstrukturen und Unterstützung vor Ort sind essentielle Instrumente. Ebenso bedeutend ist die Wirkung für die Dorfgemeinschaften – zum Beispiel durch die Investition der Prämien in Bildung, medizinische Versorgung oder sauberes Wasser.

50% Produzentenvertreter im Fairtrade System

Seit 2011 besitzen die Fairtrade Produzenten (d.h. die Vertreter der 3 regionalen Produzentennetzwerke in Lateinamerika, Afrika und Asien) 50% der Stimmen im Fairtrade System. Jede Entscheidung liegt somit ebenfalls in den Händen der Produzenten. Bei der Generalversammlung von Fairtrade International nehmen sie an allen Abstimmungen und Entscheidungen teil. Das Fairtrade System ist das einzige Zertifizierungssystem, in dem den Produzentennetzwerken 50% der Stimmen gehören.